Der Verein
Ausschuss
Präsident Neunhäuserer Christian Vize-Präsident Niedermair Armin Robert Ausschussmitglieder Pörnbacher Günther, Barbara Jud, Niedermair Roland, Gruber Simon, Gruber Daniel, Niedermair Armin, Martin Grüner, Pineider Alexander, Pörnbacher Emanuel, Giovanelli Ivan
Vorgeschichte
Wir waren ein kleines Häufchen von begeisterten Skifahrern in Olang, die im Winter jeden Sonntag zu Fuß mit den Skiern auf den Kronplatz gingen, meistens sogar zweimal am Tag." So erzählte Peter Preindl aus Oberolang. Er hatte als erster mit Skiern den Kronplatz bestiegen, in den fernen Jahren 1930, und für die jungen Leute unserer Tage hört es sich nicht mehr recht glaubwürdig an. Doch es war so, und es spricht eine recht deutliche Sprache über das Ausmaß der Sportbegeisterung der Jungen in jener Zeit, die nunmehr schon über ein halbes Jahrhundert zurückliegt.
Bereits im Jahre 1930 trafen sich einige Olanger Skibegeisterte und gründeten den "Schiclub Olang". Die Initiatoren der Idee waren Peter Preindl und Josef Prugger aus Oberolang und Hermann Holzer aus Mitterolang, die auch den ersten Vereinsausschuss bildeten. Die Idee fand guten Anklang, und sogar einige Brunecker traten bald dem Verein bei. So hatte der Verein an die 30 Mitglieder. Mit viel Zuversicht und Tatkraft begann man eine geregelte Vereinstätigkeit. Landesweit wurde an Skirennen teilgenommen (auch wenn niemand selbst ein Auto hatte). Aber auch selbst wurden Rennen organisiert. So wurde bereits in den 30er Jahren die alljährlich als Provinzialmeisterschaft ausgetragene Kronplatzabfahrt zur Tradition. Dieses Rennen muss man sich allerdings etwas anders vorstellen, als die Abfahrten heute. Die Strecke, die damals vom höchsten Punkt des Kronplatz-Plateaus bis nach Niederolang verlief, war 7 km lang. Die Piste wurde nie getreten, und so musste man sich die "Ideallinie" im Tiefschnee suchen. Außerdem benutzte man nur natürliche Waldschneisen, ohne Waldschlägerungen vorzunehmen. Den für das Rennen gestifteten Wanderpokal in Silber musste jemand dreimal gewinnen, bis er ihm endgültig gehörte.
Der Verein war bereits damals Mitglied des italienischen Wintersportverbandes. Man hatte auch schon eine einheitliche Sportbekleidung (Vereinsdress) für die Mitglieder sowie ein gesticktes Aufnähwappen das die Kronplatzhütte und einen Ski mit Skistock darstellte. Vielleicht war es gerade diese "Unform", vielleicht aber auch der starke Zusammenhalt im Verein selbst, was schon bald die Sorgen beginnen ließ. Den Faschisten war nämlich der deutschsprachige Verein von Anfang an ein Dorn im Auge, und sie begannen ihm laufend Schwierigkeiten zu machen. Immer mehr arbeiten sie darauf hin, den Verein als "Schiclub Olang" zu eliminieren und eine Fortführung seiner Tätigkeit zwar zu dulden, aber nur unter dem Namen einer Art Freizeitzirkel im Rahmen der "Dopolavoro"-Organisation. Dass dadurch das ganze Vereinsgeschehen total unter faschistische Kontrolle und Führung geraten wäre, haben die Verantwortlichen des Vereins bereits damals erkannt, und sie waren daher niemals zu diesem Kompromiss bereit. Dies wiederum hatte natürlich die ungünstigsten Folgen für den Weiterbestand des Vereins überhaupt. Immer mehr wurden die Mitglieder und besonders die Führung unter Druck gesetzt. Als den Ausschussmitgliedern schließlich auf Umwegen zu Ohren kam, dass bei ihnen sogar Hausdurchsuchungen durchgeführt werden sollten, mussten sie sich zu dem schweren Schritt entschließen, alle Unterlagen wie Mitgliederlisten, Tätigkeitsberichte, Kassabücher, Fotos usw. zu vernichten, um die Mitglieder nicht zu gefährden.
Natürlich konnte es auf diese Weise nicht weitergehen, und schon zu Beginn der 40er Jahre folgte das endgültige Todesurteil für den Verein: die Faschisten verordneten die Zwangsauflösung, und jegliche Tätigkeit kam zum Erliegen. Als nach Beendigung der Kriegswirren des Zweiten Weltkriege und insbesondere infolge des Sturzes des Faschismus das deutsche Volkstum wieder etwas freier sich entfalten konnte, durften auch die Sportler wieder Hoffnung schöpfen. Diejenigen, die schon beim früheren "Schiclub" dabeigewesen waren, griffen allmählich den Gedanken an eine erneute Vereinsgründung wieder auf. Es verstrichen aber noch einige Jahre, bis die Sache richtig aktuell wurde.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit kam - schon vor der neuen Vereinsgründung - zum Skilauf in Olang eine Sportart hinzu, die vorher eigentlich kaum wettkampfmäßig betrieben worden war: das Rodeln. die beiden Brüder Josef und Johann Jud aus Oberolang aber waren es, die in dieser Zeit mit ihren Rodeln schon der ganzen Konkurrenz aus der näheren und weiteren Umgebung regelrecht davonfuhren. So legten sie den Grundstein für die Rodelsporttätigkeit in dieser Gemeinde, die später einen so großen Aufschwung erleben sollte. So wurde allmählich der Wunsch nach einem neuen Sportverein für die Skifahrer und jetzt auch Rodler in Olang immer stärker: einerseits bei denen, denen ihr Verein 10 Jahre vorher von politischer Seite verboten worden war, andererseits aber auch bei denen, welche nun die "Jungen" waren und ihre sportliche Tätigkeit im Rahmen eines Vereines ausüben wollten.


Gründung
Am 25. Oktober 1952 war es endlich soweit: In Oberolang trafen sich 25 Sportbegeisterte zusammen, um den Sportclub Olang zu gründen.
Das offizielle Gründungsprotokoll ist zwar knapp, aber dank einer Randbemerkung des damaligen Schriftführers Herbert Egger erhalten wir einen interessanten Einblick in die Vorgeschichte. Egger bezeichnete den Oberolanger Gastwirt Max Prugger als den "Pionier und Bahnbrecher dieser guten Idee". Prugger, der bei der Gründungsversammlung zum ersten Vereinsvorsitzenden gewählt wurde, hatte die Idee einer Vereinsgründung schon lange zuvor in sich getragen und sogar bereits ein Bankkonto dafür eröffnet.
Unterstützt wurde Prugger von Peter Preindl, einem Mitbegründer des früheren "Skiclubs", und Josef Jud, einem erfolgreichen Rodler und späteren Bürgermeister.
Die Vereinsgründung wurde damals als ein wichtiger Schritt für die gesamte Gemeinde empfunden. Der Schriftführer Herbert Egger drückte dies in seinem Kommentar wie folgt aus: "Diesen Männern gebührt der Dank und die Anerkennung; ohne sie wären wir, gleich wie vorher, die uneinigen, eigennützigen Olanger. Wer weiß nicht davon?"